„Die vollständige Inbetriebnahme der Baku–Tiflis–Kars-Bahn ist ein bedeutendes Ereignis, nicht nur für Georgien, Aserbaidschan und die Türkei, sondern für die gesamte Region und Zentralasien“, sagte Mariam Kvirikashvili, die Ministerin für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, während einer Zeremonie zur offiziellen Inbetriebnahme der Baku-Tiflis-Kars-Eisenbahn, an der auch der Premierminister Georgiens, Rashad Nabiyev, Minister für digitale Entwicklung und Verkehr Aserbaidschans, Abdulkadir Uraloğlu, Minister für Verkehr und Infrastruktur der Türkei, und Davit Khudatiani, Minister für Verkehr und Energie Armeniens, teilnahmen.
Laut der Ministerin ist dieses Projekt ein bemerkenswertes Beispiel für Georgiens strategische Partnerschaft, gemeinsame Anstrengungen und langfristige Staatsvision.
Mariam Kvirikashvili erklärte, dass die enge und ergebnisorientierte Partnerschaft zwischen Georgien und Aserbaidschan im vergangenen Jahr es ermöglicht habe, wichtige Fragen, die für die vollständige Inbetriebnahme der Baku–Tiflis–Kars-Bahn notwendig sind, zeitnah zu lösen und erfolgreich abzuschließen. Die Ministerin betonte auch, dass dieser Prozess einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region, der Konnektivität und der wirtschaftlichen Integration darstellt.
„Im Rahmen des Projekts wurde die 180 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Marabda nach Kartsakhi rehabilitiert und errichtet: Dazu gehören neue und rehabilitierte Brücken, moderne Bahnhöfe, Überführungen, Unterstationen, ein grenzüberschreitender Eisenbahntunnel zwischen Georgien und der Türkei sowie der internationale Bahnhof in Akhalkalaki, der ein entscheidender Knotenpunkt dieses Projekts ist“, erklärte die Wirtschaftsministerin.
Nach Einschätzung von Mariam Kvirikashvili stellt die Baku–Tiflis–Kars-Bahn bereits eine wichtige Verbindungsachse zwischen Europa, Zentralasien und China dar.
„Die Entwicklungen der letzten Jahre haben die Bedeutung sicherer, zuverlässiger und vorhersehbarer Verkehrsrouten noch deutlicher gemacht. Aus diesem Grund steigt das internationale Interesse an den mittleren Korridoren, und deshalb verstärkt sich Georgiens Rolle in diesem Prozess“, bemerkte die Ministerin.
Es ist erwähnenswert, dass das Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung Georgiens im vergangenen Jahr zusammen mit der Gesellschaft „Marabda-Kartsakhi Railway“ und den georgischen Eisenbahnen aktiv mit den entsprechenden Behörden Aserbaidschans zusammengearbeitet hat, um die vollständige Inbetriebnahme dieser Eisenbahnlinie zu erreichen. Durch gemeinsame Koordination und intensive Zusammenarbeit konnte eine Einigung über wichtige Aspekte des Projekts erzielt und die entsprechenden Entscheidungen getroffen werden, die zur offiziellen Inbetriebnahme der Linie führten.
„Der heutige Tag zeigt deutlich, dass regionale Zusammenarbeit, gute Nachbarschaft und eine auf gemeinsamen Interessen basierende Partnerschaft eine solide Grundlage für Frieden, Stabilität und wirtschaftliches Wachstum schaffen“, sagte die Ministerin.
Mariam Kvirikashvili sprach über die Bedeutung der Stärkung der Konnektivität zwischen Europa und Asien und des mittleren Korridor-Weges sowie über die großen strategischen Infrastrukturprojekte, die eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess des mittleren Korridors spielen werden.
„Die Baku–Tiflis–Kars-Bahn ist ein integraler Bestandteil von Georgiens langfristiger Verkehrsperspektive. Zusammen mit dem tiefen Wasserhafen Anaklia, der Ost-West-Hauptstraße, der Modernisierung der Eisenbahn und anderen großen Infrastrukturprojekten schafft sie eine neue Verkehrsinfrastruktur, die Georgiens Rolle als zuverlässigen Partner und als einen der wichtigsten Verbindungsglieder zwischen Europa und Asien in den Handels- und Verkehrsströmen stärkt“, sagte Mariam Kvirikashvili.
Laut der Ministerin wird die Menge der Containertransporte über Georgien nach China und Kasachstan bis 2025 um 33 Prozent steigen, während die Anzahl der über die Baku–Tiflis–Kars-Route transportierten Container fast sechsmal höher als im Vorjahr sein wird. Mariam Kvirikashvili bewertete diese Zahlen als Hinweis auf die wachsende Nachfrage und das große Potenzial der Route.
„In diesem Bereich kommt der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Georgien und Aserbaidschan eine besondere Bedeutung zu. Für das effiziente Management des Abschnitts Marabda–Kartsakhi wurde ein Joint Venture gegründet, und die Transporte auf diesem Abschnitt werden exklusiv von den georgischen Eisenbahnen durchgeführt“, erklärte die Ministerin für Wirtschaft.
Die neue Eisenbahnlinie Baku-Tiflis-Kars ist ein gemeinsames strategisches Projekt Georgiens, Aserbaidschans und der Türkei. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der Linie wird die Durchsatzleistung des Projekts auf 5 Millionen Tonnen steigen, was der Region zusätzliche Frachtströme ermöglichen und ihre Transportmöglichkeiten erheblich stärken wird. Die Gesamtlänge des Eisenbahnteilstücks Marabda-Kartsakhi beträgt 180 Kilometer. Im Rahmen des Projekts wurden 153 Kilometer rehabilitiert und rekonstruiert, und es wurde eine völlig neue, nach europäischen Standards gebaute Eisenbahnlinie mit einer Länge von 27 Kilometern errichtet.