Im Anaklia-Tiefwasserhafen hat das belgische Unternehmen Jan De Nul mit dem hebenden Schiff Tristao Da Cunha die Arbeiten zur Vertiefung des Durchfahrtkanals begonnen. Der Fortschritt der Arbeiten wurde von der stellvertretenden Ministerin für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, Tamar Ioseliani, und dem Direktor von LLC „Anaklia Seaport“, Zurab Sichinava, verfolgt.
In der ersten Phase wird das Schiff den Meeresboden entlang eines etwa 1 Kilometer langen Abschnitts um etwa 3 Meter vertiefen. Diese Arbeiten werden etwa einen Monat in Anspruch nehmen, nach dem das grundlegende Tiefenprojekt des Hafens beginnen wird.
Ende August wird ein weiteres, größeres Hebeschiff von Jan De Nul, Al-Idrisi, in den Hafen von Anaklia einlaufen. Beide Schiffe werden gemeinsam die Vertiefung der Einfahrts- und Wendekanäle durchführen. Im Rahmen des Projekts wird die geplante Tiefe des Hafens etwa 17,5 Meter betragen und die Länge des Durchfahrtkanals 1.376 Meter erreichen.
Diese Parameter gewährleisten die sichere Anlandung großer Containerschiffe, die in der Nordsee operieren, darunter Panamax- und Post-Panamax-Schiffe. Der Durchfahrtkanal wird geschützte Wasserflächen schaffen und die Entwicklung von bis zu 700 Metern tiefwasserfähigen Containerliegeplätzen sowie von 600 Metern Jetsam-Liegeplätzen für trockene und bulkige Ladungen ermöglichen. Die Projektlösung gewährleistet eine jährliche operationale Verfügbarkeit des Hafens von etwa 95 %.
Parallel dazu laufen die Arbeiten am Durchfahrtkanal auch an Land aktiv weiter. Der anfängliche Abschnitt von etwa 150 Metern ist bereits eingerichtet. Bei den Arbeiten wird kontinuierlich schwere maritime und bautechnische Ausrüstung eingesetzt, während die geodätische und umweltschützende Überwachung modernste Unterwassersysteme und LiDAR-Drohnen nutzt.
Die Bauarbeiten am Anaklia-Tiefwasserhafen verlaufen gemäß dem Zeitplan.
Der Anaklia-Tiefwasserhafen wird nach dem Landlord-Modell entwickelt – der Staat schafft und besitzt die grundlegende Hafeninfrastruktur, während private Partner die entsprechenden Terminals entwickeln und betreiben.
Dieses Modell gewährleistet eine schrittweise Entwicklung des Hafens in Abhängigkeit von steigenden Frachtströmen, schafft ein wettbewerbsfähiges Umfeld für internationale Betreiber und stärkt Anaklias Potenzial, eines der Schlüsselmaritimen Tore im mittleren Korridor zu werden.
Die Entwicklung des Anaklia-Tiefwasserhafens ist ein strategisches Projekt von Bedeutung für Georgien, welches die Transitmöglichkeiten des Landes erhöht, seine Rolle im internationalen Transportnetz stärkt und den langfristen wirtschaftlichen und nationalen Interessen Georgiens dient.