Das Unterwasser-Kabel-Projekt im Schwarzen Meer hat vom Europäischen Parlament und dem Europarat den Status eines Projekts mit bilateralem Interesse (PMI) erhalten. Mit der Verleihung des PMI-Status wird das Projekt dem Energierecht der Europäischen Union unterstellt, was bedeutet, dass es für die Genehmigung von Studien und Bauvorhaben vereinfachte Verfahren nutzen kann. Darüber hinaus ist der Erhalt des Status eines Projekts mit bilateralem Interesse von großer Bedeutung für die Entwicklung eines Geschäfts- und Investitionsmodells. Gemäß dem europäischen Recht erhalten genehmigte Projekte mit bilateralem Interesse aktive rechtliche, finanzielle und administrative Unterstützung seitens der Europäischen Union.
Das Unterwasser-Kabel-Projekt im Schwarzen Meer sieht den Aufbau eines digitalen und hochspannungsfähigen Übertragungsnetzes vor, das die elektrischen Systeme Georgiens und Europas miteinander verbinden soll. Im Rahmen des Projekts wird ein etwa 1.155 km langes (1.115 km Unterwasserkabel und 40 km terrestrisches Kabel) Unterwasserkabel mit einer Leistung von 1.300 Megawatt gebaut.
Die Umsetzung des Projekts wird zur Stärkung der Energiesicherheit in Europa und der Region Südkaukasus beitragen, die Entwicklung des Sektors erneuerbare Energien fördern und die transitorischen Kapazitäten zwischen den genannten Regionen erhöhen.
Eine durchgeführte techniko-ökonomische Studie hat bestätigt, dass das Projekt technisch und wirtschaftlich durchführbar ist. Derzeit laufen Vorbereitungsarbeiten zur Beschaffung von Dienstleistungen für die Untersuchung des Meeresbodens im Schwarzen Meer.
Das Unterwasser-Kabel-Projekt im Schwarzen Meer ist im Zehnjahresentwicklungsplan (TYNDP) des Europäischen Netzes der Übertragungsnetzbetreiber für Elektrizität (ENTSO-E) für die Jahre 2026–2036 enthalten.
Informationen über die Verleihung des PMI-Status wurden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=OJ%3AL_202600764