Die Ministerin für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, Mariam Kvirikashvili, nahm in der Hauptstadt Aserbaidschan an der 12. Ministerrunde des Beratenden Rates des Südeuropäischen Gaskorridors teil, die mit einer Ansprache des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev eröffnet wurde. An der Veranstaltung nahm auch der EU-Kommissar für Energie, Kadri Simson, teil.
In ihrer Ansprache betonte die Ministerin die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Ländern für eine sichere und nachhaltige Energiezukunft.
„Der Südeuropäische Gaskorridor ist ein klares Beispiel dafür, was wir mit vereinten Kräften erreichen können. Dieser Korridor hat die Energiesicherheit und Diversifizierung erheblich gestärkt, und Georgien ist stolz darauf, eine zuverlässige Transitnation in diesem Prozess zu sein. Unser Land hat bewiesen, dass es ein aktiver Unterstützer und unverzichtbarer Teilnehmer des Südeuropäischen Gaskorridors ist und bekräftigt auch die Bindung an strategische Partnerschaft sowie bilaterale Vorteile für alle Beteiligten“, sagte Mariam Kvirikashvili.
Wie die Ministerin für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung hervorhob, befindet sich Georgien in der Mitte der verbundenen Interessen von Verbraucherländern und Lieferländern, an der Schnittstelle zwischen dem Westen und dem Osten der Welt. Laut der Ministerin unterstreicht dieses Projekt einmal mehr die Rolle Georgiens als zuverlässiger Partner. Mariam Kvirikashvili legte auch besonderen Wert auf die Rolle unseres Landes im Prozess der Energie-Diversifizierung.
„Es ist von größter Bedeutung für unser Land, die Brückenfunktion nicht nur im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Bereich, sondern auch im Energiesektor wahrzunehmen. Das über Georgien transportierte Erdgas hat entscheidende Bedeutung für die Diversifizierung und Sicherstellung der Energieversorgung der internationalen Märkte, insbesondere der Energiemärkte der EU. Georgien hat bereits seine unerschütterliche Unterstützung für regionale Transitiniziativen bewiesen und begrüßt jede Kooperationsinitiative, die dazu beiträgt, ein gesundes, nachhaltiges Umfeld im Energiesektor zu schaffen und die Bedürfnisse der Bürger sowohl in der Region als auch darüber hinaus zu erfüllen“, erklärte die Ministerin.
Mariam Kvirikashvili präsentierte den Teilnehmern der Ministerrunde die Entwicklungsmöglichkeiten des Energiesektors Georgiens sowie die laufenden und geplanten Projekte zu diesem Zweck. Laut der Ministerin wird die von der georgischen Regierung durchgeführte Arbeit die installierte Leistung der Erzeugung um das 2,5-fache erhöhen und etwa 11.500 Megawatt erreichen. Gleichzeitig wird das Potenzial für den Export und Transit von Elektrizität erheblich steigen, während der Import auf null sinken wird. Wie Mariam Kvirikashvili betonte, ist diese Transformation durch neue Erzeugungsanlagen sowie durch erhebliche Investitionen in die Übertragungsinfrastruktur, einschließlich neuer grenzüberschreitender Verbindungen, möglich. Die Ministerin hob das Flaggschiffprojekt des Unterwasserkabels in der Schwarzen Meer hervor, das den Export von sauberem Strom nach Europa ermöglichen wird, sowie den Grünen Energiekorridor mit Georgien, Aserbaidschan, Rumänien und Ungarn, der einen großflächigen interkonnektiven Strommarkt und eine Komponente für grünen Wasserstoff umfasst.
Laut Mariam Kvirikashvili hat Georgien das Ziel, bis 2036 seinen Energiesektor vollständig autark zu gestalten. Ihrer Informationen zufolge sind in den nächsten zehn Jahren in Georgien mehr als 6700 Megawatt erneuerbare Kapazitäten vorgesehen, was eine entscheidende Rolle nicht nur bei der Deckung der Nachfrage, sondern auch bei der Gewährleistung der Systemstabilität und der Integration variabler erneuerbarer Energien spielen wird.
An den Ministerrat und den damit verbundenen Sitzungen nahmen auch Mitglieder der georgischen Delegation teil, darunter die stellvertretenden Minister für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, Genadi Arveladze und Tamar Ioseliani, sowie der georgische Botschafter in der Republik Aserbaidschan, Zurab Pataradze.